Ein Fallbeispiel
Klientin:Das Gefühl kenn ich, von vielen Situationen, wenn Kritik kommt, wenn irgend etwas nicht so gut gelaufen ist. Dann Lach ich oft, lass es nicht an mich heran kommen, will es nicht wahrnehmen und auch nicht ernst nehmen.
Berater: Ja, das Gefühl kennen Sie aus Kritiksituationen - da ist etwas in Ihnen, dass wollen Sie nicht so recht an sich herankommen lassen und ernst nehmen.
Klientin: Ja, und das ist eigentlich nicht das, was ich will. Warum nehme ich das nicht ernst, warum lasse ich die Kritik nicht an mich heran? Denn das ist ja okay, das ist nicht schlecht oder nicht schlimm. Weil, wenn es ernst wird, dann lache ich meistens. Es ist irgendwie so tiefgreifend.
Berater: Wenn Kritik kommt, dann lachen Sie meistens, obwohl ein Teil in Ihnen das gar nicht möchte. Diese Kritik hat etwas tiefgreifendes.
(Kleine Pause)
Klientin: Ja, wo ich mich auch selbst anschauen muss. Wo ich sagen muss, ja, ....ich weiß auch nicht so genau, aber irgendwie...
Berater: Da ist noch vieles Unklar, was passieren würde, wenn Sie Kritik an sich ranlassen würden.
Klientin: Ja, und das ist schwer, wenn ich das jetzt so erwähne, das fühlt sich richtig schwer an.
Berater: Das ist jetzt auch gerade in diesem Moment schwer.
Klientin: Mhm, das hat etwas trauriges und etwas ganz schweres.
Berater: Können Sie mal eine Augenblick bei diesem Gefühl bleiben – da ist etwas ganz schweres in Ihnen und das macht sie traurig.
Klientin: Ja, da werde ich ganz kribbelig.
Berater: Da wird etwas in Ihnen ganz kribbelig.
Klientin: Ja und ich fange an zu zittern, es wird mir irgendwie...
Berater: Ja, das ist etwas ganz tiefgehendes.
Klientin: Und es kommt mir so eine Gefühl, oder so eine Denken, als müsste ich gleich heulen, also so, das will ich dann nicht, so was...
Berater: Da ist so was, was Sie immer wieder versucht wegzuholen. Da ist das Gefühl ich muss gleich weinen, aber auf der anderen Seite will ich das nicht.
Klientin: Ja.
(Große Pause)
Aber wenn ich das zulasse, dann ist das auch ein Gefühl, bei dem ich ganz bei mir bin.
Berater: Wenn Sie das Weinen zulassen, entsteht ein Gefühl, als wenn Sie ganz bei sich selbst wären.
Klientin: Das ist so verschieden, das ist traurig, es kribbelt und trotzdem ist es so ganz leer. Da ist nicht viel anderes da.
Berater: Es fühlt sich traurig an, es kribbelt und irgendwas ist ganz leer.
Klientin: Und es geht an die Substanz, es geht ganz tief irgendwie.
Berater: Ja, da geht etwas ganz tief. Schauen Sie bitte, ob sie es noch ertragen können, oder ob es eine Pause braucht. Sie haben jetzt ganz viele Schritte gemacht.
(Klientin öffnet die Augen und macht kurz Pause)
Klientin: Es ist an der Grenze, weil ich kann nicht abschätzen, wenn ich es voll zulasse, was dann passiert. Ich kann es dann nicht mehr beeinflussen,
Berater: Mhm - Ja, da ist so eine Angst bei Ihnen, ich kann es nicht mehr beeinflussen, wenn ich es ganz zulasse.
Klientin: Ja – So als würde ich in einen Abgrund fallen – so die Angst.
Berater: So als würden Sie dann in einen Abgrund fallen. Können Sie sich vorstellen, das sie dem Gefühl so den Arm um die Schulter legen, wie einem kleinen Kind, vielleicht können Sie sich ganz absichtslos neben es setzen, so als wollten Sie zu ihm sagen: Ich weiß, dass du dich so fühlst, aber es ist okay, dass du dich so fühlst. Das ist ganz in Ordnung so.
(Große Pause – Die Klientin hält die Augen wieder geschlossen)
Klientin: Es geht noch nicht ganz, aber es sagt auch nicht, dass es nicht geht.
Berater: Mhm, es geht noch nicht ganz, aber es scheint auch nicht abgeneigt zu sein.
Klientin: Vielleicht muss ich ihm noch einmal bestätigen, dass es einfach da sein darf.
Berater: Ja probieren Sie es ruhig noch einmal, sagen sie zu dem Gefühl. Du darfst da sein, es ist ganz in Ordnung, wenn du da bist. Fühlt es sich angesprochen?
Klientin: Es wird irgendwie wärmer. Es ist zwar immer noch leer und schwer, aber es ist von außen jetzt mit einer Wärme umgeben.
Berater: Mhm, da ist jetzt Wärme außen rum.
Klientin: Es fühlt sich irgendwie schön an. Ich bin jetzt ganz direkt bei mir selbst, ohne etwas vorzutäuschen.
Berater: Nehmen Sie sich bitte einen Augenblick diese Zeit und genießen Sie dieses angenehme warme Gefühl, dass Sie ganz bei sich selbst sind.